Kappelrodeck
Rebstock

Rebstock

Halbgütle 30, 77770 Durbach, Germany, 77876, Kappelrodeck

Cafés • Deutsch • Terrasse • Landküche


"Vor einem Monat waren meine Frau und ich in der Ortenau wandern, inklusive einer Übernachtung in Kappelrodeck. [hidden link] Und die Community wies darauf hin, dass sich in Kappelrodeck, genauer im Ortsteil Waldulm ein lohnenswerteres Gasthaus als das für die Wanderung gebuchte befunden hätte. Unser Weg führte uns am nächsten Morgen dort auch vorbei und das gesehene lies sich verheißungsvoll an. Geschäftlich führte mich mein Weg mal wieder nach Mailand, und auf der Rückfahrt stand ein nächtlicher Stop Over an. Ich erinnerte mich der Empfehlung für den Rebstock und buchte mir ein Zimmer in Waldulm. So traf ich am Abend des 5. Juni in Waldulm am Gasthaus Rebstock ein. Geht man dann zur Rezeption, wird man an einen Telefonapparat verwiesen. Dann meldet sich der Service im Restaurant und fragt nach dem Namen und Begehr, und anscheinend nur, wenn das zufriedenstellend beantwortet ist, kommt jemand heraus und nimmt sich des wartenden Gastes an. Der kann indessen die Hinterlassenschaften einiger offensichtlich trinkfreudiger Gästerunden bestaunen. Herzlich wie die Anmeldung in einem Atomkraftwerk! Okay...Schlüssel bekam ich dann aber doch. Das Zimmer dann für einen Preis von 56 EUR für mich alleine wirklich sehr ordentlich und mit einem sehr guten PLV. Ich fing an mich mit dem Rebstock nach dem etwas ruppigen Empfang wieder zu versöhnen. Einen Tisch im Restaurant  hatte ich gleich mit gebucht und angesichts der brütenden Hitze an meinem Besuchsabend war der gleich im beschatteten Terrassenbereich vorgesehen worden. Gut voraus gedacht, fein! Ich fühlte mich wieder willkommen. Ich nahm also mal die äußerst umfangreiche Weinkarte in Augenschein. Der Rebstock legt viel Wert auf sein Weinangebot und auch im vierstelligen Euro-Bereich kann sich austoben, wer will. Die Weinkarte steht auch jedem Grand Hotel oder Sternerestaurant gut zu Gesicht. Ich war etwas bescheidener und orderte einen im Barrique ausgebauten Riesling. Weingut Danner-Zöllin aus Durbach, Jahrgang 2014. Der würde mich bestens über das gewählte Abendessen begleiten. In Sachen Speisen ging ich den Menü-Weg, eines der beiden Menüs wurde geordert. Speisenangebot und Weinkarte lassen sich auf der HP einsehen. Als erstes ein Gruß der Küche, eine Spargelmousse zu dieser Mousse musste ich den Riesling erst mal etwas zur Seite stellen, da war er nicht passend. Ansonsten ein perfekter Küchengruß für einen Mittwochabend, der auch um 19 Uhr noch fast 30 Grad auf dem Thermometer anzeigte. Begleitend kam noch Brot mit Frischkäse und Oliven an den Tisch. Irgendwann kam der erste von vier Gängen aus der Küche. Erster und vierte Gang bestanden aus Degustations-Portionen verschiedener Gerichte aus der Karte. Ich bekam auf einem Teller serviert kleines Schaumsüppchen vom Spargel mit Karottenschaum. Schaum auf Schaum ist etwas fantasielos, und was Karotten zu einer guten Ergänzung einer sehr kräftig abgeschmeckten Spargelsuppe machen, erschließt sich mir nicht. Steigerungsfähig, ich widmete mich gebratener Gamba auf Kartoffelsalat mit Bärlauch. Steigerung zum Süppchen gelungen. Perfekt gebratene Garnele, gut vom Darm und Schale befreit. Bärlaucharoma (ein letztes Mal in 2019) im süddeutschen Kartoffelsalat. Das war verheißungsvoller, zum nächsten Tellerchen, wieder Spargel Cocktail vom Spargel mit Wachtelei. Salat auf einem Niveau mit seinem Vorgericht. Leichte, gut passende Vinaigrette mit rohem Spargel, ein schön wachsweich pochiertes Ei obendrauf, Frühlingsküche. Zum Schluss nicht ganz so leichte Küche. Wachtelbrüstchen im Blutwurstmantel mit Zwetschgensenf. Tagessieger bei den Vorspeisen! Gut gegarte, kalt in den Blutwurstmantel eingeschlagene Wachtelbrust, perfekt zusammen passend. Lecker! Nach angemessener Wartezeit ging es zu Gang 2 Das Gericht war ein Grund, dieses Menü zu ordern. Gebratene Gänseleber mit Schnitte vom Hefegugelhupf und Rhabarberchutney. Das Gericht war hohes Küchenniveau, die Leber von herausgehobener Qualität auf den Punkt angebraten, perfekt begleitet von einem luftigen Gebäck und einem kontrastierenden Chutney. Super! Ich bat um etwas Zeit zum Hauptgang, dass klappte sehr gut, und nach angenehmer Zeit kam der nächste Teller. Medaillon und Kotelett vom Lammrücken mit Ratatouille vom Spargel. Zwei Frühlingsboten auf dem Teller, dass machte optisch schon mal froh. Das Kotelett war zweigeteilt und ebenso wie das Medaillon im Brotmantel perfekt auf den Punkt gegart, sehr zart lies es sich ohne Probleme verzehren. Begleitet wurde das von Rahmkartoffel wobei das für mich ein Gratin war, gut zubereitet. Freude bereitete auch die servierte Jus in der separat servierten Sauciere. Die war ein Highlight und so gut, dass die Löffelweise verzehrt wurde. Seit ich den Borgi kenne, habe ich keine Hemmungen mehr, Saucieren entsprechend gutem Inhalt restlos zu leeren, mea culpa! In der Tat hatte es dass Küchenteam geschafft, eine Steigerung von Gang zu Gang zu bewerkstelligen. Vor dem Dessert pausierte der Riesling. Ich lies mir ein Glas hiervon servieren: aus dem Gasthofeigenem Weingut ein Eiswein, 2011er Spätburgunder Weißherbst aus dem Barrique. Sehr dichte würzige Noten boten sich dar, hoffentlich passte das zum Dessertteller mit drei Komponenten. Komponente eins Parfait von Kappelrodecker Erdbeeren im Baumkuchenmantel. Das ging schon mal gar nicht zum Eiswein! Ein gut gelungenes Parfait, kreativ im Gebäckmantel verpackt. Ordentlich war das. Zum zweiten kleinen Teller Gebrannte Creme mit Sorbet vom Rhabarber nannte sich diese zweite Komponente. Ich mag es ja gar nicht, wenn irgendwas auf der Creme Brulee liegt! Und schon gar nicht irgendwas, was die Kruste lätschig macht. Also mal ganz schnell das säuerliche Sorbet verzehrt, und dann eine gute CB, zu der der Wein dann auch gut passte. Eine Komponente fehlte noch Mousse au chocolat mit eingelegter Kirsche. Spitzenreiter der Dessertauswahl! Eine sehr herb-bitter abgeschmeckte Creme, so wie ich sie auch zu Hause mit viel möglichst dunkler Schokolade und Espresso zubereite! Lecker! Kirsche muss sein, in der Waldulmer Umgebung wachsen unglaublich viele Kirschbäume. In Sachen Essen hatte die Küche für knappe 70 EUR eine hohe Messlatte gelegt, die sie bei den allermeisten Gerichten einhalten konnte. Über alles war ich zufrieden. Nach der etwas UN-herzlichen Begrüßung beim einchecken gaben sich die beiden Damen im Service an meinem Besuchsabend keine Blöße. Das Restaurant war gutgefüllt, auf der Terrasse hätte es keinen Platz mehr gegeben. Trotzdem blieben alle Gäste stets im Blick, die Gläser wurden nachgefüllt und immer wurde nachgefragt zu den Speisen. Das war sehr professionell mit angemessener Herzlichkeit. Kann ich also zum Gesamtfazit kommen. Das Hotel bietet komfortable Zimmer, ein sehr ordentliches Frühstücksmenü am nächsten Morgen und eine anspruchsvolle Küche. Das Paket kann ich empfehlen und komme bei Gelegenheit sehr gerne wieder."

Linde

Linde

Marktplatz 112, 77876 Kappelrodeck, Germany

Essen • Deutsch • Fastfood • Europäisch


"...ist nicht gerade ein Zeugnis von üppigem Leben, besonders im gastronomischen Bereich! Meine Frau hatte das Hotel und das Restaurant Gasthaus Hirsch gebucht, und wir wussten bereits, dass wir dort nicht essen konnten. Die Küche war montags geschlossen. Also haben wir dort nachgefragt und nach weiteren 25 Kilometern von Neuweier/Umweg nach Kappelrodeck sind wir in einen Zustand zurückgekehrt, der es uns ermöglichte, ein Restaurant zum Abendessen zu betreten. Eine Frage bei den Betreibern des Hirsch nach einer Rückfahrmöglichkeit wurde mit Schulternzucken beantwortet, sowie mit dem Hinweis: Vielleicht die Linde ein paar hundert Meter die Hauptstraße entlang? Wir wollten nicht lange fahren, um ein Taxi zu bestellen, aber wir wollten auch nicht so weit fahren. Auf dem Weg zum Hirsch hatten wir gesehen, dass die Linde offen war. Der Hunger wurde spürbar, und so schauten wir uns an, zuckten mit den Schultern und gingen ohne große Erwartungen hinein. Die Linde hatte keinen elektronischen Reservierungsdienst, aber man hatte eine Telefonnummer, und daher war die Recherche im Voraus schwierig. Doch vor dem Haus wartete eine große Gruppe junger Leute mit Bier, also konnte es nicht so schlecht sein, wenn sie herkommen. So betraten wir den Gastraum und befanden uns erneut mitten im baden-württembergischen Barock. Zunächst war ein köstliches Bier von großer Dringlichkeit. Einer der „Kettenlinks“ sorgte dafür, dass wir keinen Durst mehr hatten, und das zweite Bier kam sofort nach dem Leeren des ersten Glases auf den Tisch. Auch Kappelrodeck ist Weinbaugebiet und von Weinbergen umgeben. Das Hex-Weingut aus Dasenstein fand sich natürlich auf der Weinkarte der Linde. Es wäre schön, wenn wir solche schönen Weinkarten auch bei uns im Münsterland in jeder Gaststätte vorfinden würden. Die Hexe von Dasenstein zaubert lockere Tropfen in ihren magischen Töpfen. Für uns sollte es ein Spätburgunder aus dem Barrique werden, der Abend war unbeständig regnerisch und ließ kein Weißwein zu. Gute Rotweingläser kamen mit dem Wein auf den Tisch, der geöffnet wurde, und die Dame probierte den ersten Tropfen. Nick, Lächeln, gute Wahl! Nun konnte ich auch probieren. Fein, elegant, nicht tanninhaltig, typisch Spätburgunder. Auf dem Weg teilten wir uns einen Wurstsalat, etwas südwestdeutsches wieder in reiner Kultur. Weil wir hungrig waren und uns auf etwas Handfestes freuten, brachte die Dame im Service ein sehr gutes Sauerteigbrot. Wir streckten auch müde Füße unter dem Tisch aus und ließen uns mit Wein und Heizung Wärme zukommen. Zu den Hauptgerichten gab es wieder den unvermeidlichen Beilagensalat. Einmal wieder ohne Kartoffelsalat! Aber ansonsten lecker und frisch zubereitet. Dill und Essig wie die Bademäntel auf dem Gurkensalat in einer sehr hohen Dosierung. Zu den Hauptgerichten gingen wir getrennte Wege. Für meine Frau ein Kalbsschnitzel. Auch das kam ohne große Hilfe auf den Tisch, wie bei mir am Vorabend. Ich fühlte mich nicht so gut. Etwas dunkel, auch die Panade, ich schätze, es war nicht geklopft und lief. Aber meine Frau beschwerte sich nicht über den Gericht. Ich hatte ein Rib-Eye-Steak. Das kam ebenfalls direkt auf den Tisch, mit einem kleinen Kräuterbutter und einem leicht schäumenden Fond, der dann mit dekorativem Aufwand angerichtet wurde. Gargrad Medium war gut getroffen. Das Fleisch war zart, gut gereift. Ich hatte keinen Grund, mich über den Gericht zu beschweren. Für beide von uns gab es zu den beiden Gerichten einen dicken Pot Pommes. Die kann man essen. Die Linde ist ein bodenständiges Dorfgasthaus und bietet keine kreative, ausschließlich frische Karte. Sie kochen einfache Gerichte für Gäste, die wahrscheinlich nicht mehr wollen. Im Rahmen dieses eigenen Anspruchs hat die Küche ihre Arbeit ordentlich erledigt. Und der einzige Koch in der Küche wurde an unserem Abend formal mit Essensbestellungen über den Tisch geworfen, was zur dringenden Aufforderung und Bestellung einer Kur führte, denn der Gastraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich verstehe nicht, warum man sich in Wirtskreisen nicht besser abstimmt und vermeidet, dass nur eine Gaststätte an einem Abend geöffnet hat. Der Service in Form der einzelnen älteren Dame, ich vermute, die Hausherrin, war zunächst etwas spröde gegenüber den offensichtlich fremden Gästen am Tisch, aber nachdem wir einen der teuersten Weine (36 EUR) von der Karte bestellt hatten, besserte sich ihre Laune. Der Service selbst war tadellos. Fazit: Wie bereits beschrieben, möchte die Linde keine gehobene Küche anbieten. Man ist die Gaststätte, die einfache Gerichte zu einem angemessenen Preis anbieten möchte. Dies ist nicht unbedingt das, was Frau und Herr Carsten1972 kulinarisch im Ausland suchen, aber im Rahmen dessen war es vollkommen in Ordnung. Und wir sahen die Gelegenheit, unsere kulinarischen Erwartungen zu heben."