"Obwohl das Meister Gerhard wahnsinnig angesagt ist und immer alle Plätze besetzt sind, bin ich jedes Mal erneut enttäuscht, wenn Freunde mich dorthin schleppen. Beliebt und trendy hat mit Qualität anscheinend nichts zu tun. An jedem Tag der Woche ist es zum Bersten voll, man kommt kaum durch und es ist superlaut. Dabei wird jeder Quadratzentimeter ausgenutzt und rein gequetscht, was rein passt. Muss man mögen - hierauf bezieht sich die schlechte Bewertung jedoch nicht. Was mich wirklich, wirklich stört, ist der schreckliche Geruch nach Toiletten und nach muffiger Kellerluft im Untergeschoss - es ist und bleibt ein Keller, was für mich unmöglich ist in einem Restaurant. Mir vergeht der Appetit schon, wenn ich dort länger sitze. Natürlich war auch diesmal eine Damentoilette verstopft - wie immer, wenn ich da war. Die Auswahl der Tapas ist gut, die Karte ist groß genug und deckt alle Richtungen ab. Die Speisen selbst überzeugen mich aber überhaupt nicht. Die Limetten-Aioli hat für mich noch nie eine Knoblauchzehe gesehen. Schmeckt nach Majo aus dem Glas mit etwas säuerlichem aufgepeppt - hausgemacht und frisch bezweifele ich. Wir hatten 6 Tapas zu zweit. Die meisten Gerichte waren mir zu fad und kaum gewürzt. Die in Knoblauch gebratenen Champignones zum Beispiel waren richtig schön kross gebraten, aber es fehlte jegliches Salz und wieder von Knoblauch keine Spur. Warum steht es denn so auf der Karte, wenn dann kein Knoblauch dran ist? Warum gehe ich denn zum Spanier? Auch an allen anderen Gerichten fehlte der Pepp - nett gemacht, aber keine Raffinesse. Dazu waren die Portionen durchgängig recht klein, und das Brot war sehr wenig und wurde nur zäh auf Nachfrage gebracht. Zudem war es türkisches Fladenbrot - passt auch nicht ganz zu Tapas finde ich. Im Übrigen war der Stuhl, auf dem ich saß, kaputt am der vorderen Rand der Sitzfläche (gesplittertes Holz) und hat mir die Strumpfhose zerrissen - na toll. Positiv hervorzuheben ist nur der Service. Das Personal war total bemüht, immer für Getränkenachschub zu sorgen und sich bei all der Lautstärke und den überfüllten Räumen tapfer durchzukämpfen und dabei freundlich zu sein."