"Ich habe das Panino schon öfter im Vorbeigehen gesehen und es als möglichen Kandidaten für einen Besuch abgespeichert. Heute war es endlich so weit. Das Restaurant verfügt über einen recht großen Außenbereich, teilweise mit einem Zelt, um den Freunden des Tabakgenusses geschützte Plätze anzubieten. Der eher große Innenraum hat keine Trennwände, ist jedoch unter anderem mit Fadenvorhängen gestaltet, um den Raum in verschiedene Bereiche zu unterteilen und eine unangenehme Raumatmosphäre zu vermeiden. Trotz der großen Fenster ist es drinnen jedoch nicht übermäßig hell; selbst wenn die Sonne hoch am Himmel steht, benötigt man zur Beleuchtung die teils sehr schönen Deckenleuchten. Die Tische sind mit Tischdecken ausgestattet und teilweise mit etwas zu großen Pfingstrosensträußen dekoriert. Demgegenüber steht jedoch ein einfach gelegter, süßer Papierserviette und Besteck. Hier hat man leider einen halben Schritt versäumt. Warum keine Stoffservietten und schön gedeckte Tische? Das wäre besser für den Rest des Ambientes (und auch für die kostspieligen Ansprüche). Daher gibt’s in der Atmosphäre 3 Sterne.
Service: Beim Betreten des Lokals wurde ich von einem jungen Herrn begrüßt. Auf meine Anfrage nach einem Tisch mit etwas mehr Licht (ich wollte ohne Taschenlampe lesen) wurde mir ein Bereich mit vielen Lampen angeboten. Dort saß kein Gast, und ich durfte mir einen Tisch aussuchen. Die Speisekarte wurde mir schnell gebracht, und ich hatte genügend Zeit, sie zu studieren. Bei der Bestellung hätte ich mir vielleicht etwas mehr Beratung gewünscht (insbesondere zu den Portionsgrößen). Ansonsten war der Service von der Speisenservierung bis zur Abrechnung in Ordnung, jedoch nicht herausragend. Ein wenig Verwirrung gab es bei meinem Zahlungswunsch, aber das ließ sich schnell klären. Insgesamt denke ich, dass 3,5 Sterne angemessen sind.
Die Speisekarte: Am Eingang steht „Italienisch-Griechisch“ auf dem Restaurantschild. Das spiegelt auch das Menü wider. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die wahre gastronomische Heimat des Lokals eher auf dem Peloponnes als auf dem Apennin liegt. Auch die separat aufgeführten Pasta-Gerichte und Pizzen ändern nichts daran, das gesamte Restaurant vermittelt für mich einen griechischen Eindruck (selbst ohne Götterstatuen gibt es saisonale Empfehlungen oder einen wöchentlichen Menüplan, nur zwei Fischgerichte sind auf einem Tisch an der Wand vermerkt). Bei der Bestellung beziehe ich mich jedoch nicht darauf. Ich bestelle: 1x Meze (12,50 €), 1x Souvlaki-Variation „Griechisch“ (21,50 €) und ich trinke ein Weizenbier (0,5l 3,70 €).
Das Essen: Vorab gab es einen kleinen Teller mit Weißbrot und etwas Quark. Beides war in Ordnung, aber nicht mehr. 3 Sterne für die Vorspeise Meze. Die Meze bestand aus getrockneten Tomaten, Auberginen, Zucchini, Paprika, Oliven, Parmaschinken, Tomaten, Gurken, grünen Peperoni, Feta, griechischen Bohnen, gefüllten Weinblättern (mit Reis und ohne Fleisch), Tzatziki und Garnelen. Die getrockneten Tomaten, Tomaten und Gurken konnte ich nicht herausheben, und die Garnelen waren nur eine einzige. Dafür gab es eine gegrillte Artischocke, die optisch sehr schön angerichtet war und mehr von der Menge hielt, als sie zu versprechen schien. Als Vorspeise reicht diese Portion mit Sicherheit für 2 Personen. Auch geschmacklich konnte die Kombination sehr überzeugen; Tomaten und Gurken wurden von mir nicht vermisst. Ein Highlight waren die gefüllten Weinblätter, die wunderbare Aromen und schöne weiche Blätter hatten. Überraschenderweise war auch die gegrillte Artischocke sehr gut; so ein köstliches Gemüse hatte ich noch nie gegessen. Das einzige Manko war der panierte und gebackene Schafskäse, bei dem ich hier auf ein Convenience-Produkt tippen würde. Das wäre nicht nötig gewesen. Ich würde die Vorspeise jederzeit wieder bestellen (aber geteilt mit jemandem oder als mein Hauptgericht) und gebe ihr 4,5 Sterne.
Souvlaki Griechisch: Der Name hat mich etwas überrascht; ich dachte immer, Souvlaki seien an sich eine griechische Spezialität. Nun, in diesem Fall sollten sie aus Huhn, Lamm und Schwein stammen, anders als die üblichen Spieße aus Teilen des Schweinesteaks. Dazu sollten Rosmarinflocken und Tzatziki gereicht werden. Und so war es dann auch. Auf einem kleinen Hügel von halbierten, im Backofen gegarten Kräuterkartoffeln lagen 3 Spieße mit leicht unterschiedlichen Erscheinungen. Alle 3 Spieße waren, ebenso wie die Kartoffeln, sehr gewürzt, leider aber bereits etwas überwürzt. Die Spieße waren fast optimal, vielleicht etwas zu lange gegrillt. Das Lamm war im Inneren noch leicht rosa, hätte aber, wie das Huhn und das Schweinfleisch, etwas kürzer auf dem Grill verweilen sollen. Bei Huhn und Lamm war das noch nicht gravierend, aber das Schweinefleisch war bereits leicht trocken. Leider waren die Kartoffeln nicht geschält, was bei Frühkartoffeln kein Problem wäre, aber hier war die Schale etwas zäh. Das Tzatziki war wieder sehr gut; reichlich Knoblauch, schön cremig und mit sehr wenig fein geraspelten Gurkenstücken. Im Vergleich zur Vorspeise konnte das Souvlaki leider nicht mithalten und bekommt 3 Sterne. Insgesamt überwiegt der Eindruck des Meze, aber das Souvlaki zieht die Bewertung auf 3,5 Sterne.
Sauberkeit: Was ich gesehen habe, macht einen recht ordentlichen Eindruck. 4 Sterne.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Vorspeise war von Qualität und Menge her eindeutig ein Schnäppchen. Das Gegenteil gilt für das Souvlaki, das mit über 20 € bereits ordentlich zu Buche schlägt. Da halte ich etwa 3,5 Sterne für angemessen.
Fazit: Die Vorspeise hat voll überzeugt. Sie wäre auch der Grund, hierher zurückzukommen. Hauptgericht, Ambiente und Service sind in Ordnung, bieten jedoch keinen Anreiz für einen erneuten Besuch."