Käsebrett Käsebrett
Gaststätte Gutsschenke

Gaststätte Gutsschenke

Seminarstraße 4, 88709 Meersburg, Bodensee, Germany

Pizza • Fast Food • Vegetarisch • Meeresfrüchte


"Gutsschenke Meersburg Es ist heiß. Auch jetzt um 19:00 Uhr brütet die Hitze in den Straßen und Mauern. Hier und da ein Geschenk des Sees. Kühl kommt die sanfte Brise. Ein Lufthauch. Meersburg brennt! Nein, die gesamte Region um den Bodensee steht in Brand. Wohin man schaut: Kirschbrand, Apfelbrand, Obstbrand! Welch ein Feuer!  Bei der Entscheidung für Meersburg als Urlaubsort wusste ich gar nicht, wie brand gefährlich es hier ist. Nachts unternehme ich verzweifelte Versuche einen Flächenbrand zu verhindern, indem ich Wein und Wasserflasche unmittelbar neben meinem Bett postiere. Aber dennoch immer wieder zündelt es. Mal war das Fleisch zu zäh, dann die Beilage zu fett, der Sauerrahm zu mächtig trotz aller Vorkehrungen immer wieder bricht der Brand aus! Wir besuchen abends die Gutsschänke in der Oberstadt. Hier geht es rustikal zu. Die Wirtin führt ein strenges Regiment. Sich hingesetzt wird da, wo sie befiehlt. Nun ja, was soll sie machen? Die Leute wollen auf der Terrasse den außergewöhnlichen Blick auf den See genießen, der sich mit der Aussicht des Terrassenhotels Weißhaar messen kann. Da der homo modernensis alles haben, aber wenig dafür leisten will, kulminiert hier Masse: bei günstigen Preisen, schönster Aussicht auf wenig Raum und weitgehender Befriedigung von Grundbedürfnissen. Die Gutsschänke  arbeitet in eigener Regie, ist aber verpflichtet, die Weine des angrenzenden Staatsweingutes auszuschenken.  Stil und Form der Gutsschänke scheinen eher den Geist der alten Burg zu repräsentieren, die nicht weit entfernt hoch aufragt. Zwar wird nicht aus einem Topf gegessen, ansonsten jedoch scheinen hier dem Mittelalter zugewandte Vorstellungen durchaus lebendig zu sein. So erlebt sich das gemeine Volk der Besucher in Gemeinschaft nach den Bedingungen der Gutsherrin. Sechs Personen gehören an einen runden Tisch und „Freifrau von Nichtlangefackeln“ ordnet kurz an und lässt die Knappen und Knäppinnen ruckzuck handeln. Ehe wir es richtig begriffen haben, befinden wir uns in Gemeinschaft mit einer jungen Familie aus Australien mit zwei kleinen Kindern. Die Familie begrüßt uns freundlich. Die Verständigung gelingt in deutsch und englisch. Das jüngste Kind befindet sich in einem Alter, das vollkommen elementaren Erfahrungen in dieser Welt gewidmet ist, und so nutzt es die als Speise gedachten Nudeln auf seinem Teller auch zu vielfältigen kreativen Gestaltungen am eigenen Körper, am Stuhl und auf dem schlichten Holztisch ohne Set oder sonstigen Zierrat. Bei seinem Tun lächelt der Kleine so süß und niedlich, dass man mitlachen muss. Als die Familie geht, sieht man das ganze Ausmaß der Umgestaltung. Mit Hilfe von Mundsprüh und Handpatschpatschtechnik ist auf der Tischplatte ein vorzügliches Fett Nudelsprenkelgemälde entstanden, das die Fettwanne von Beuys fast in den Schatten stellt. Bei dem Anblick zückt Knappe „Wischnixwieweg“ einen angefeuchteten Lappen, wedelt damit auf der Tischplatte herum, ungeachtet der Frage, wo die von dem kleinen Erdenbürger so kreativ genutzten Nudelpartikel bleiben würden, und verteilt die Fettschicht so, dass sie nicht mehr den Eindruck eines Konzentrats hinterlässt. Seinem Gesichtsausdruck, gezeichnet von hoher Zufriedenheit, ist fraglos zu entnehmen, dass ich mich um alles, was bei dieser Aktion auf meiner Hose gelandet ist, selber kümmern müsse. Inzwischen ist es uns gelungen unsere Bestellung aufzugeben, die Plätze so zu wechseln, dass wir direkt auf den See schauen und in kurzfristig geschenkter Zweisamkeit am Tisch ein paar Worte miteinander zu wechseln, die nur mit uns zu tun haben. Wir ordern: 1 Flasche stilles Wasser (es gibt nur medium)   4,00 € ¼ Müller Thurgau, trocken   4,00 € ¼ Spätburgunder trocken   4,90 € 1 Salat m. Schafskäse   9,50 € 1 Flammkuchen m. Speck   8,60 € 1 Tagliata die Manzo 17,50 € Zuerst kommen die Getränke, dann ein reichlich bemessener Korb mit Brot. Nach einer Weile serviert Knappe „Wischnixwieweg“ Zerberuz den Salat und mir die Tagliata. Im ersten Moment können wir es noch gar nicht glauben, aber dann ist es eindeutig: Der Blattsalat mit Tomate, etwas Paprika und Schafkäsewürfeln ist auf einem heißen Teller angerichtet worden.  Welch ein Feuer in Meersburg! Die Tagialta gönnt sich einen großen Auftritt. Auf dunkelgrünem Rucola Untergrund, flankiert von leuchtenden Kirschtomaten ruhen erhaben die rosaroten Rinderfiletscheiben. Zwischen allem verteilen sich Sprenkel des Parmesans. Das Fleisch hat noch einen Hauch von Wärme, nur warum auch der Rucola? Es hat den Anschein, dass man ihm als Ausgleich für recht sparsame Zuwendungen an Olivenöl und Rosmarin einen heißen Teller gegönnt hat. Als ich mich der zweiten Scheibe des Rinderfilets zuwende, bei der sich das Tier eindeutig als widerspenstig erweist, wird unsere Zweiergruppe zur Vierergruppe aufgestockt. Kaum haben sich die Neuankömmlinge aus Speyer orientiert und Platz genommen, da erfolgt auch schon das Kommando zur weiteren Umgruppierung durch „Freifrau von Nichtlangefackeln“. Geistesgegenwärtig rettet das Paar aus Speyer bei dieser Aktion seine Sitzplätze mit Sicht auf den See. Zwei smarte Herren aus Friedrichshafen, die mit Landschaft, See und „Freifrau von Nichtlangefackeln“ sehr vertraut sind, belegen die letzten Plätze am Tisch. Die Herrin der Gutsschänke ist zufrieden und nimmt die nächste Kommandosache in Angriff. Knappe „Wischnixwieweg“ kann direkt die Bestellungen aufnehmen, da ja in der Zwischenzeit sich hier kein weiterer Jünger von Beuys niedergelassen hat. Über dem See hängen massive Wolken, die Hitze brennt hier oben in den Gemäuern. Die Luft steht. Zerberuz hat den Salat beiseite geschoben, der Flammkuchen schmeckt. Die Speckwürfel entsprechen der Bodenseeeinheitsnorm von 2,23 bis 3mm. Auch die Relationen zwischen Speck , Zwiebel und Gemüsewürfeln stimmen offenbar, denn Zerberuz bemängelt nichts. Die letzten Fleischscheiben der Tagliata sind recht gefügig und bei mild gestimmtem Urteilsvermögen könnte man sie auch als zart bezeichnen. Knappe „Wischnixwieweg“ hastet mit vollen und leeren Tellern hin und her. Schweißperlen laufen über sein Gesicht. Er hat kaum Zeit bei den Gästen zu kassieren. Woran wird er wohl denken, wenn er schlafen geht? cc Der letzte Schluck Wein. Zerberuz ist mit dem Müller Thurgau zufrieden, ich toleriere den Spätburgunder. Wir zahlen. Noch ein Blick auf den verhangenen See. Tschüs! Das war‘s. Einen herzlichen Dank an alle, die Spaß an diesen Facetten einer Reise hatten.    "

Trübli

Trübli

Bosshardengässchen 2, 8400 Winterthur, Switzerland

Fusion • Europäisch • Restaurants • Meeresfrüchte


"Abgesehen von den winzigen Portionen wurde das Essen mit viel Hingabe serviert. Jeder Gang hat Platz auf einem Kaffeeteller. Die Alarmglocken begannen für mich gleich zu läuten, als der Satz kam, in unserem Fall verlassen wir das Restaurant satt, aber nicht überfüllt... Oh je, dachte ich. Um ehrlich zu sein, wenn ich Essen gehe, möchte ich danach nicht zum Kühlschrank gehen. Man kann jedoch immer einen Zusatz bestellen, der mich vor dem Verhungern bewahrt hat. Es ist einfach nicht mein Stil, als Bittsteller nach etwas mehr Essen zu fragen. denken Sie nicht, dass jeder das tut, weil sie sich schämen. Geschmacklich fand ich alle Gerichte sehr lecker, wenn auch nicht überwältigend. Irgendwie neu interpretierte Nouvelle Cuisine. Fleisch und Gemüse perfekt gekocht, wirklich sehr fein. Meiner Meinung nach sind die Beschreibungen der Zubereitung und Herkunft der Gerichte am Tisch zu viel und wirken ein wenig künstlich. In Bezug auf den Preis ist das eine Herausforderung. Eine Flasche erschwinglicher Weißwein kostet etwa 60 bis 100 Franken, na ja. Zusammen mit dem Essen rund 300 Franken finde ich es zu viel. Aber knapp. Es war in der Schweiz in den 80ern nicht anders. Wir zahlen einfach zu viel in der Schweiz. Dennoch denke ich, dass es nur wenige Restaurants gibt, die mit so viel Hingabe Essen zelebrieren. Wenn die Portionen etwas größer wären, würde ich es noch einmal versuchen. Aber nur, wenn ich wieder etwas Geld in Reserve habe. Das Ganze hat zu lange gedauert und hat mich genervt. Ich möchte essen und nicht stundenlang mit der Person sprechen, mit der ich gerade rede. Wir haben fast 3 Stunden im Restaurant verbracht. Abzug für Preis und Menge, ansonsten empfehlenswert. Das Konzept scheint zu funktionieren. Ist immer gut gebucht. Dies sieht man auch an den wenig kommentierten Bewertungen von Trüblis. Es besteht kein Bedarf, darauf zu reagieren. Schade."

Augustin Cologne

Augustin Cologne

Dagobertstraße 32, Köln, Germany, 50668, Koeln

Wein • Deutsch • Mediterrane • Spezialitäten


"Nachdem ich am ersten Kölner Abend schon Julia Komps Kochkünste abseits der Gourmetküche  probiert hatte, traf es sich für den Folgetag doch prächtig, dass ein weiterer Sternekoch wenige Tage zuvor ein Zweitrestaurant eröffnet hatte. In Eric Werners Augustin soll es Brauhausküche 2.0 geben Kölsche Klassiker veredelt. Eine telefonische Reservierung war erfolgreich. Ins Restaurant gelangt man durch einen unscheinbaren Eingang, dem sich ein längerer gefliester Hausflur anschließt. Hier atmet alles Kaiserreich. Der Speisesaal des ehemaligen Kolpinghauses für wandernde Handwerksgesellen ist mit seinem hohen Tonnengewölbe für den Brauhaus Ansatz eine durchaus beeindruckende Bühne. Dunkle Parkettoptik und Holzmobiliar stehen für Rustikalität, in edlem dunkelgrün gestrichenen Wände für Eleganz. Die halbhohe Wandverkleidung aus türkisfarbenen(! , holzeingefassten Fliesen lässt mich etwas wehmütig an den verblichenen Berliner Pauly Saal denken. In der Mitte stehen größere Tische ganz in Brauhausmanier, an den Seiten Bänke, davor und auf einer kleinen Empore zur linken Hand Tische für Pärchen und alleinspeisende Gäste. Die Sitzgelegenheiten sind mit schwarzem Kunstleder bezogen und dick gepolstert. Dafür wird die Rückenlehne mit der Zeit recht hart. Vielleicht hätte ich den Tipp annehmen sollen, meine Garderobe (noch? mangels anderer Möglichkeiten über den Stuhl zu hängen. Hatte ich offenbar vorschnell abgelehnt, weil ich mit meinem langen Mantel nicht den Boden wischen wollte… Für gedämpftes Licht im Saale sorgen einerseits in den Säulen eingefügte Leuchtbänder. Hingucker sind aber natürlich die im Netz schon vielfach beschriebenen, ganz unterschiedlichen Kronleuchter; 14 Varianten habe ich ausgemacht. Meine Begeisterung wurde etwas gedämpft, als ich sehe, dass sich das im wesentlich gleiche Ensemble nur etwas anders aufgehängt wiederholt. Vielleicht ein Statement zur Unmöglichkeit von Individualität in unserer Zeit? Egal. Wichtiger ist, dass die vielen Lampen kaum den Lärmpegel dämpfen können, der sich trotz recht manierlich erscheinendem Publikum immer weiter erhöht. (Man kennt das: Weil es laut ist, spricht man selbst lauter und das verstärkt sich immer weiter gegenseitig… Auch, wenn man zum lauschigen Tète à Tète sicherlich nicht das Brauhaus ansteuert: Vor dem letzten Gang bat ich um eine Pause und flüchtete regelrecht in das ruhige Foyer des angrenzenden, Design Hotels, zu dem keine geschäftliche Verbindung besteht. Eine Wohltat! Im abschließenden Plausch mit der Serviceleitung hieß es dann auch, dass man über Geräuschdämpfung unter der Decke nachdenke. Bitte, unbedingt! Nicht nur beim Gespräch machte der komplett in schwarz gewandete Service wenige Tage nach der Eröffnung eine gute Figur: Der junge Mann, der mich überwiegend bediente, war zwar anfangs etwas nervös, aber mit zunehmender Zeit freundlich, flott und gewissenhaft. Und er gab, wie sich später herausstellte, meine Reaktionen an die Küche weiter. Nachdem ich mich netterweise ungestört ausführlich umgeschaut hatte, bestellte ich für die prickelnde Abendbegleitung einen rotfruchtigen Rosé Brut vom renommierten Würzburger Juliusspital.  In der gut sortierten Weinkarte finden sich viele große Namen, aber auch viele Entdeckungen, die teilweise sehr fair kalkuliert sind. Galt leider ausgerechnet nicht für den Frankensekt, der im Netz mit 15€ angeboten wird, hier aber 55€ kostet. Amuse wurde konzeptgerecht nicht gereicht, auch kein Brot etc. Die Karte wird den Ankündigungen gerecht: Für mich sollte et kölsche Verjnöje aus Fisch Röllchen, Kalbs Terrine, Himmel un Äd sowie Halve Hahn bestehen. Natürlich wurde zum Auftakt kein ordinärer Hering gerollt, sondern Seezunge, die ab dem ersten Bissen mit klarer Aromatik punktete (günstige 19€ . Das gefiel und konnte sich neben der Füllung aus Cornichons, eingelegtem, mildem Apfel und einer feine Fischfarce gut behaupten. Die Beilagen passten wunderbar dazu: Gepickelte Radieschen, Rotweinschalotten, Senfsaat mit ein paar Blättchen diverser Salate und gesondert ein angenehm zurückhaltender  Kartoffel Dill Gurken Salat mit nicht verkochten Erdäpfeln. Im Ergebnis ganz harmonisch, ohne jedoch langweilig zu sein. Ganz im Gegenteil: Die Erwartungen an das Geschmacksbild wurden voll erfüllt und dabei alle (Säure , Salz , Fisch Brutalismen vermieden. Und selten genug der als add on angebotene Kaviar (39€/20g hätte sogar einen kulinarischen Zusatznutzen für den Gast bedeutet und nicht nur für die Kalkulation des Wirtes. Konnte ich ja nicht ahnen. Toller, toller Auftakt! Mehrere Vorspeisen zu bestellen, ist riskant Wiederholungen drohen.  Hier nicht, denn die Terrine vom Kalb (18€ zeigte sich erfreulich eigenständig: Alles einen Tick kräftiger, so dass quasi auf einem aromatisch erhöhten Level auch hier wieder eine Harmonie hergestellt wurde: Die geschichtete Terrine enthielt nach meiner Wahrnehmung gebeizte Zunge, geschmortes Bäckchen und gezupfte Maske. Umhüllt von einem knusprigen Teig kam die Scheibe heiß (statt lauwarm lt. Karte an den Tisch. Das perfekte Unentschieden zwischen Fleischer und Bäcker. Die Blattsalate schufen hier eine willkommene „frische“ Ergänzung. Als Hauptgericht „natürlich“ der (nicht nur rheinische Klassiker Himmel un Äd für 24€. Häufig ist es ja so, dass die Hauptgerichte in Sachen Kreativität nicht ganz mit den Entrées mithalten können. Als ich die ordentliche Portion Kartoffelpüree im satten Soßensee erblickte,  schoss mir der Gedanke „Recht konventionell“ in den Kopf und wohl auch über die Lippen. Denn nach dem Abgang des Obers dauerte es gefühlt drei Sekunden, bis mir ein zorniger junger Mann aus der Küche als erstes entgegen schleuderte, ob ich wisse wer er sei? Nun, ich hatte zwar eine Ahnung, aber solche Fragen verneine ich prinzipiell. Das würzt die Stimmung immer so schön… Na, jedenfalls „zählte“ der engagierte Küchenkünstler: Die Feinheiten der Küche auf und mich damit aus: Ob ich denn geschmeckt hätte, dass die Soße auf einem doppelten Ansatz beruhe und zudem mit Thymian und Basilikum verfeinert sei. Die Blutwurst sei baskische Ware, im Topping werden nicht nur Schmorzwiebeln, sondern auch ein selbst gemachtes Zwiebelchutney verwendet. Und Herbsttrompeten werde ich in einem „konventionellen“ Brauhaus schwerlich finden. Ich bedankte mich höflich für die Hinweise und entließ den selbstbewussten Herrn, um mich nun endlich nicht nur optisch meinem erkaltenden Gericht zu widmen. Die dichte Soße war in der Tat klasse; ich empfand sie persönlich aber als sehr salzig. Das wurde indes gut von der Fruchtsüße des Jona Gold gedämpft, der hier hier geschmort und als knackig frische Julienne verarbeitet worden war. Nur die so gelobten Pilze gingen leider geschmacklich in der Soße unter. Bei der Zwiebel kamen nicht nur die verkündeten Varianten, sondern auch frisch Frittiertes. Die Blutwurst erfüllte ihre Aufgabe, dem süß sauer erdigen Gericht, einen Umami Booster verpassen, wunderbar. Ob nun die baskischen Schlachter ihr Geschäft besser als die rheinischen verstehen, mögen berufenere Kritiker entscheiden… Insgesamt natürlich eine sehr leckere Version, aber insgesamt doch recht schwer. Vielleicht etwas konv…. Ach, lassen wir das. Gelegentlich gibt es Käse als Vorspeise. Der wird natürlich sofort zum Dessert umfunktioniert, auch dann, wenn Halver Hahn auf der Karte steht.  Die augustinische Version von Gouda mit Senf und Gurke im Röggelchen kam als veritabler Domturm daher: Die Basis bestand aus einer dicken Scheibe sehr stark gerösteten Landbrotes, dessen scharfe Kante den Gaumen des gierigen Schlemmers malträtierten. Die nächste Schicht ein säuerlicher Käsesalat mit frischer Gurke und Paprikapulver, getoppt von einer Nocke Senfsorbet mit deutlicher Schärfe. Auch wenn das Spiel mit der Temperatur bei warmem Röstbrot und kühlem Salat vielleicht nicht unbedingt notwendig war, und ich mir eher noch die weiche, verbindende Textur eines Schaums oder einer Crème gewünscht hätte. Den oberen Abschluss, quasi den Brötchendeckel, bildete schließlich ein Roggenbrot Chip.  Moderne Ideen in die rustikale Küche übersetzt. Mit 14€ nicht zu teuer.  Küche und Service haben bei meinem Besuch fast durchgehend überzeugt. Das Ambiente ist wie so oft Geschmacksache; in einer fröhlichen Gruppe würde ich das Augustin aber sehr gern erneut besuchen."

Sonnora

Sonnora

Auf'm Eichelfeld 1, 54518 Dreis, Germany

Kebab • Sushi • Asiatisch • Mexikanisch


"Mitte April besuchten wir unseren dritten 3-Sterner in Deutschland und suchten uns hierfür das Waldhotel Sonnora in Drei aus. Wer die Odyssee dorthin überstanden hat, findet sich mitten im Wald wieder (Waldhotel, aha….;-))Man wird freundlich empfangen und an den Tisch geleitet. Der Gästeraum ist groß und oldschool-mäßig eingerichtet. Hier ist die Zeit irgendwann stehen geblieben. Geschmäcker sind unterschiedlich, aber ob man kleine Papierdeckchen, wie man sie früher aus Café’s kannte unter den Tellern liegen oder auch Kleeblätter aus Plastik den Tisch zieren müssen, sei mal dahin gestellt.Die Küche grüßte zwei mal und gerade die drei Köstlichkeiten unter dem Papierdeckchen waren ausgezeichnet. Das Tuna-Röllchen, die Auster mit Minze und die Praline vom Edelfisch waren geschmacklich augezeichnet.Nun startete man ins Menü mit der Gänsestopfleber. Geschmacklich sehr gut ausbalanciert und wunderbar gewürzt.Das Highlight des Abends sollte nun folgen und zwar die kleine Torte vom Rinder-Tatar mit Imperial-Kaviar auf einem Rösti. Hier hätte man gerne noch ein weiteres Stück bestellt. Es schmeckte fantastisch.Es folgte der Steinbutt mit Beurre Rouge, wobei mir die Beurre hier einen kleinen Tick zu sauer war; Geschmacksache!Die sautierten Langustinen waren gut zubereitet, rissen uns aber nicht wirklich vom Hocker!

Auch der Hauptgang, das Limousin-Lamm, war ohne Zweifel gut zubereitet, aber der Wow-Effekt, den wir bei Herrn Erfort und Herrn Bau schon des öfteren erleben durften, blieb hier leider aus.Man jammert hier zwar auf hohem Niveau und die servierten Gänge waren alle beanstandungslos, aber wenn man sich zu den zehn 3-Sternern in Deutschland zählt, sollte den Gast bei einem Menüpreis von 188 Euro nicht nur zwei Gänge überzeugen.Bislang unser schwächster Halt in einem Drei-Sterne-Restaurant."

Le Virage

Le Virage

Helmstr. 19, 90419 Nürnberg, Germany

Europäisch • Französisch • Französische Küche


"Ich hatte mich auf einen schönen Abend mit der Familie bei gutem Essen gefreut. Als Beginn des Menüs kam als Gruß aus der Küche eine Kohlsuppe mit Speck. Sie war versalzen, der erste Löffel schmeckte stark nach Wacholder, der zweite nach Koriandersaat. Beim nächsten biss ich auf eine Wacholderbeere und danach auf einige Korianderkörner. Diese Geschmacksexplosion wünsche ich niemandem sonst zu erleben. Als Vorspeise gab es ein Radieschencurry mit gebratenen Jakobsmuscheln. Es bestand in der Einlage nur aus halbierten Radieschen. Ich habe bis jetzt noch nie ein Curry mit nur einer Komponente gegessen. Die Soße erinnerte mich an eine aus fertig gekaufter Currypaste gefertigte. Die durchaus gut gebratenen Jakobsmuscheln gingen in der Schärfe der Soße vollkommen unter. Das Hauptgericht war ein Lammragout nach persischem Rezept mit Aprikosen und Pistazien. Der gesamte Teller war mit trockenem Bulgur bedeckt. einzelne rote Fäden sollten wohl an Safran erinnern. Als ich wenig später ein ganzes Büschel dieser Fäden fand war klar, das es sicher kein Safran war, möglicherweise waren es getrocknete Fäden aus Paprikaschale. Das Fleisch im Ragout war sehr hart, es war nur sehr wenig Soße für den trockenen Bulgur vorhanden. Es war nicht als Schmorgericht zu erkennen. Nachdem ich das alles der Servicedame geschildert hatte fragte sie, ob wir noch ein Dessert, einen Kaffe oder einen Digestif wünschten. Angesichts der vorherigen Erfahrungen verzichteten wir darauf."

Hofmeisterei Hirtzberger

Hofmeisterei Hirtzberger

Hauptstraße 74, 3610 Wösendorf in der Wachau, Rossatz-Arnsdorf, Austria

Fisch • Europäisch • Restaurants • Österreichisch


"Zunächst ein wenig Hintergrundgeschichte: Meine Frau und ich wanderten (bei unserem ersten Besuch in der Wachau) von Weißenkirchen in Richtung Spitz durch die Weinberge und den Wald; Keine anstrengende Wanderung, aber zufälligerweise sehr heiß, sonnig und anstrengend. Nach etwa einer Stunde wurde mir seltsam schwindelig, vielleicht eine Folge einer weiteren langen, heißen Wanderung am Vortag, und ich beschloss, die Wanderung abzubrechen und nach Wosendorf hinunterzugehen. Als wir das Dorf erreichten, konnte ich kaum stehen, ohne zu taumeln, und wir fragten ein vorbeikommendes Paar, ob sie ein Café oder eine Bar in der Nähe wüssten. Sie wiesen lediglich darauf hin, dass wir uns direkt neben einem sehr guten Restaurant befanden (was uns nicht aufgefallen war). Also gingen wir hinein, hauptsächlich auf der Suche nach Ruhe und Nahrung, flüssig und fest. Wir hatten nicht damit gerechnet, auf unserem Spaziergang 115 Euro für eine Kleinigkeit auszugeben, aber wir haben unseren Besuch in der Hofmeisterei Hirtzberger keine Minute bereut. Trotz unserer verschwitzten Wanderkleidung, Stöcken und Rucksäcken wurden wir sofort auf der schattigen Gartenterrasse vom sehr effizienten und freundlichen Personal willkommen geheißen und bald genossen wir ein hervorragendes Mittagessen, das mich entspannte und wieder hydrierte und uns half, meine unglückliche kurze Krise zu vergessen . Ich begann mit einer köstlichen weißen Tomatensuppe; Angesichts der Hitze hatte ich etwas Gazpacho-ähnliches erwartet, aber es war warm und trotzdem nicht weniger erfrischend. Wir haben uns dann beide für ein Wildbretgericht entschieden, das auf zwei verschiedene Arten zubereitet wurde: eines perfekt gebraten mit einer schönen Beilage aus Shiitake-Pilzen, Perlgerste und Pfirsich, das andere eine Art Mini-Auflauf als Beilage. Wow! So reich! Dann teilten wir uns ein Dessert aus dunkler Schokolade, Himbeeren und Kokosnuss, das für den perfekten Abschluss sorgte. Zwei Gläser sehr guten Grünen Veltliners, ein Espresso, ein paar Erfrischungsgetränke und ein paar leckere Brote vor dem Essen, ein wirklich feines Sommermittagessen, das mich unter den gegebenen Umständen vollkommen belebte, mit dem ich aber trotzdem außerordentlich zufrieden gewesen wäre. Der Garten liegt an einer Hauptstraße, sodass man dort nicht viel bemerken würde. Dies ist kein Ort für billiges Essen, aber für sehr gutes Essen und guten Wein ist es völlig angemessen. Wir waren uns einig, dass wir vielleicht nie ein feineres Wildgericht als Hauptgericht gegessen hätten, und meine Suppe war etwas Besonderes. Absolut empfehlenswert, auch wenn es in den örtlichen Touristenbroschüren nicht zu finden scheint. Liegt das daran, dass es nicht in einem der touristischeren Dörfer liegt? Oder weil es (trotz der Verwendung großartiger lokaler Produkte) ein wenig „abenteuerlich“ ist? Wen interessiert das? Probieren Sie es aus, wenn Sie können..."